ZGT: „Demonstrationen gegen Papstbesuch“

Wie gewöhnlich gut unterrichtet zeigt sich die Lokalpresse in der heutigen Ausgabe:

Demonstrationen gegen Papstbesuch: „Heidenspaß statt Höllenangst“
Der Anblick des Papstes, hier auf einem Souvenirartikel aus Erfurt, erfreut nicht alle Thüringer. Manche planen sogar Demonstrationen gegen den Besuch des Kirchenoberhauptes.
Mindestens zwei Protest-Demonstrationen gegen den Besuch des Papstes in Thüringen sind bei der Stadtverwaltung Erfurt angemeldet worden. Peter Neuhäuser, Amtsleiter des Bürgeramtes, bestätigte, dass sowohl am 23. als auch am 24. September Demonstrationen angekündigt sind.
Das Erfurter Rathaus will die Demonstrationen nicht verbieten, erklärte Peter Neuhäuser. Zu den Kundgebungen werden jeweils 250 Personen erwartet. „Auflagen werden im nachfolgenden Verwaltungsverfahren erlassen“, sagte der Amtsleiter. Dabei werde Wert darauf gelegt, dass die Demonstrationen nicht mit dem Sicherheitskonzept des Papstbesuches kollidieren.

Wer die Demonstration angemeldet hat, könne das Rathaus aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen. Steffen Kachel , Vorsitzender der Linkspartei in Erfurt, versichert, dass der Stadtverband keine Demonstration angemeldet habe. Auch von der Landtagsfraktion sei ihm nichts bekannt.

Tatsächlich hat Steffen Dittes, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Links-Fraktion im Landtag, die Demonstrationen angemeldet, wie er TA bestätigte. Unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenangst“ wollen sich Gegner der katholischen Kirche am Freitag am Bahnhof und am Samstag auf dem Anger versammeln. Die Kritik richte sich unter anderem gegen die konservative Familien- und Frauenpolitik der Kirche.

Die Demonstrationen, hieß es aus der Staatskanzlei, spielten im Hinblick auf Sicherheitsvorkehrungen „keine wichtige Rolle in der Gesamtlage“. Wie viele Polizeibeamte zur Aufsicht notwendig sind, ist unbekannt. Offen ist auch der Charakter des Protestes; Aufmarsch oder Standkundgebung.

Zum Koordinierungsbüro für den Papstbesuch in Erfurt war die Information zu den Demonstrationen noch nicht vorgedrungen. „Als Kirche schätzen wir das Demonstrationsrecht“, sagte jedoch Andreas Wallbillich, Sprecher des Koordinierungsbüros, und fügte an: „Wir haben keine Angst vor Kritik.“ Aber er räumte ein: „Man muss sich aber überlegen, welches Bild Erfurt in der Welt abgibt, wenn man einen Gast einlädt und dann demonstriert.“

Denn der Besuch des Papstes sei nicht nur ein Ereignis für Thüringen. „Die Augen der Welt sind auf Erfurt gerichtet.“ Erwartet werden Hunderte Berichterstatter. Die Neue Oper soll geräumt werden, um Arbeitsplätze bereitstellen zu können.

Rechtsanwalt Heinz-Jochen Spilker, Vorstandsvorsitzender des Vereins Citymanagement Erfurt, befürchtet einen Imageschaden: „Ich halte es für eine Katastrophe, wenn an einem derart historischen Tag demonstriert wird.“

Dass die Bindung von Polizeikräften dazu geführt hat, dass das Papamobil nicht durch die Altstadt fahren kann, wies das Innenministerium indes zurück. Zwar seien die Anforderungen an den Streckenschutz erhöht, aber die Absage an eine Stadtfahrt sei mit dem Bistum getroffen worden. So werde das Papamobil zur Heiligen Messe nur diagonal über den Domplatz und in Etzelsbach fahren.

Dort belaufen sich die Kosten für das Umleitungsmanagement sowie die bautechnischen Maßnahmen von der Autobahn auf das Pilgerfeld auf rund 500.000 Euro für das Bistum Erfurt, errechnete das Thüringer Bauministerium. Für die Instandsetzung der Protokollstrecke zur Etzelsbachkapelle werden Haushaltsmittel über 543.000 Euro veranschlagt.

Was man hätte rausfinden können, wenn man uns gefragt hätte:

  • Die erste Demonstration ist am 23.9., Auftaktkundgebung 18.00 Uhr vor dem Bahnhof, die zweite Demonstration ist eine Standkundgebung während der Messe auf dem Domplatz am 24.9., 7.30-12.00 Uhr.
  • Die Souvernirs erfreuen uns sehr, zeigen sie doch, daß die ganze Veranstaltung weniger mit Religion als mit Spektakel zu tun hat.
  • Die Partei „Die Linke“ hat nichts mit den Protesten zu tun. Verantwortlich ist allein das Bündnis „Heidenspaß statt Höllenangst“. Steffen Dittes ist als Einzelperson eines von vielen Mitgliedern des Bündnis.
  • „gegen die Frauen- und Familienpolitik“ ist eine doch sehr knappe Zusammenfassung unseres Aufrufs
  • Wir haben den Papst gar nicht eingeladen. Und ein katastrophaler Imageschaden? Klingt verlockend.

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1 Antwort auf „ZGT: „Demonstrationen gegen Papstbesuch““


  1. 1 TLZ: „Demonstrationen gegen Papstbesuch“ « Heidenspaß statt … Pingback am 05. August 2011 um 19:04 Uhr
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